Erfolg wird bestraft?

Im November 2015 kaufte der Kölner Außenwerber Ströer den Unternehmenszweig t-online.de von der Telekom, nebst dem ganzen Personal. Der Telefongigant wollte sein erfolgreiches journalistisches Angebot im Internet loswerden, weil man sich vor allem auf das Kerngeschäft – Telefonanschlüsse & Co – konzentrieren wollte. T-Online.de war schon damals immer profitabel und schloss Jahr für Jahr mit Wachstum ab.

Seit November 2015 also ist t-online.de mit allen seinen Mitarbeitern ein Teil des Ströer-Konzerns. Im September 2016, am 20. 9. 2016 um genau zu sein, erfuhr die Redaktion, dass sie im Rahmen einer „Teilbetriebsschließung“ spätestens zum 1. April ihre Arbeit los ist. 108 Redakteure werden entsorgt und durch eine neue 60-köpfige Redaktion in Berlin ersetzt. Stellen, die nach wie vor „befristet auf zwei Jahre“ ausgeschrieben sind und für die es in den Stellenanzeigen keine Aussagen bezüglich der Bezahlung gibt …. außer vielleicht dem Hinweis auf ein „Startup-Feeling“.

Kurz vor Weihnachten erzählte dann Geschäftsführer Ralf Baumann in einer kleinen „Ending the Year-Runde“, dass das Jahr 2016 das erfolgreichste Jahr aller Zeiten für die t-online.de war. Vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Deshalb könne er auch den Schritt nicht verstehen, dem die Redakteure zum Opfer fallen.

Da haben die 108 Redakteure etwas mit ihm gemeinsam. Doch man kann ein Fazit daraus ziehen: Bei Ströer wird Erfolg anscheinend bestraft.

Na Dirk? Läuft bei Dir?!!

Aber es gibt im Ströer-Universum selbstverständlich auch Gewinner, die vom Erfolg des Konzerns und seiner Bestandteile profitieren. Da wäre beispielsweise Dirk Ströer, der sich in Südafrika jüngst in ein kleines feines Ferienhaus verliebt hat, dass er sich dann einfach mal ganz spontan gegönnt hat. Das berichtet trendynewspaper.com

Beim Kauf des umgerechnet etwas über 17 Millionen Euro teuren Anwesens hat der Verkäufer laut Bericht sogar noch großzügig einen Porsche Cayenne und einen Aston Martin DB9 als Kaufanreiz gratis drauf gelegt. Das Haus ist zwei Jahre alt und hat den bisherigen Rekordpreis einer südafrikanischen Nobel-Immobilie (5 Millionen Pfund) um das fast dreifache überboten. Das sind doch beeindruckende Fakten.

Immobilienagent Eppstein erklärte den Medien, das Ehepaar habe eigentlich nicht so viel Geld ausgeben und ein Feriendomizil in Ibiza oder Saint Tropez kaufen wollen. Aber das Haus in Kapstadt war dann wohl Beton gewordene Liebe auf den ersten Blick. Da konnte „Party-loving Dirk Ströer, boss of one of Germany’s biggest online and public advertising companies“ nicht anders. In Köln sagt man da wohl „Do häste fies Jlöck jehat“ oder auch „Mer muss et nemme wie et kütt“ vielleicht auch eher „Mer muss (sich) och jünne künne“.

Die geschassten Redakteure fragen sich angesichts ihres Schicksals aber wohl eher „Dat krijje ich nit in de Kopp“ und „Wie soll dat nur wigger jon?“

Aff un zo ess alles herrlich, aff un zo och janz erbärmlich,
aff un zo jeht einfach alles schief.
Aff un zo hätt mer verloore, aff un zo weed mer öm sieh Glöck bedroore,
aff un zo hällt mer die Uhre stief. Manchmohl nimmste alles leich un
manchmohl fällt dir alles furchtbar schwer. Et selve Glas kann morjens
halvvoll sinn un ohvends ess et dann halvleer. Manchmohl schweb mer
en Jedanke op Wolke un steht met singe Fööß em Dreck. Et kütt vüür,
dat mer nit wiggerweiß un et dann klapp em selve Augebleck, em selve
Augebleck. Aff un zo föhlt mer sich schutzlos, aff un zo einsam un nutzlos,
aff un zo, wenn einer frööch: “ Okay!“ Aff un zo ess mer dä Eezte,
aff un zo natürlich och ald ens dä Letzte, aff un zo deit mer sich selver leid.
Jede Minsch mäht schon ens Fähler, selvs dä Einstein hätt sich ens verdonn.
Nur eins darf mer nit verjesse: Et jeht wigger hinger’m Horizont,
hinger’m Horizont. Aff un zo steht mer vüür’m Spejel un denk:
“ Du kriss nix jeregelt!“ Aff un zo sieht mer rundömm kei Land.
Aff un zo ess mer ahm schänge, aff un zo sing eij’ne Zweifel ahm verdränge,
aff un zo ess mer total entspannt. Aff un zo läuf alles super,
aff un zo ess mer dä Loser, aff un zo steht mer sich selvs em Wääsch.
Aff un zo deit dir ding Seel wieh. Aff un zo hätt mer janz einfach keine
Plan mieh, aff un zo jeht et uns janit schlääsch.

Ströers Börsen-Märchen

„Für Udo Müller ist jede Woche, in der er keinen Deal machen kann, eine verlorene Woche“, sagte Anfang des Jahres Ströer-COO Christian Schmalzl auf der Bühne des Online Marketing Rockstars Kongresses in Hamburg. In der Tat ist das Sammelsurium an Start Ups und etablierten Unternehmen unter dem Dach des Kölner Außenwerbers beeindruckend: Die Onlineapotheke Vitalsana, der Statistikaufbereiter Statista, die SEO-Textfabrik Content Fleet, das Hamburger Start-up Foodist, die Schulfreunde-Community Stayfriends, das Online-Abnehmportal Bodychange und der Kosmetikhändler Asam – um nur einige zu nennen. Unterm Strich kauft Ströer-Chef Udo Müller Firmen wie andere Leute Klamotten. Der bislang größter Coup: das Portal t-online.de samt Vermarkter Interactive Media.

Mit den Akquisitionen verkündete Ströer auch den Kaufgrund und die Erwartungshaltung: Wachstum und Profit durch die Nutzung von Synergien: „Durch die Kombination unserer verschiedenen digitalen Plattformen in den Bereichen Desktop, Mobile und Public erwarten wir starke Synergien auf verschiedenen Ebenen“, kommentierte Müller den Kauf der beiden ehemaligen Telekom-Unternehmen. So weit, so bekannt. Die Zukäufe beflügelten die Fantasien der Börse und die Ströer-Aktie stieg und stieg. Fast schien die Strategie  aufzugehen und Anleger goutierten Störers Börsengeschichten, egal welche Unternehmen gekauft wurden. Offenbar lenkte die hohe Frequenz an Übernahmen jedoch davon ab, genauer zu beobachten, was mit den Firmen passierte und ob sich die erhofften Synergien auch tatsächlich einstellten.

Synergien? Fehlanzeige!

Ein Fehler, denn tatsächlich gab und gibt es keine nennenswerten Synergien. Das Ganze war und ist ein Börsen-Märchen. Beispiel t-online.de: Von außen betrachtet könnte man glauben, dass im Bereich Magazin-Content im Zusammenwirken mit den anderen Ströer-Portalen viel zu heben ist. Bis auf homöopathische Effekte ist das aber offenbar nicht der Fall. Bei den größeren Inhalte-Angeboten giga.de, erdbeerlounge.de und kino.de beispielsweise sind Ansprache und Zielgruppen nicht kompatibel, die Inhalte für t-online.de nicht ausreichend attraktiv und reichweitenstark, um die gesetzten monetären Ziele erfüllen zu können. Synergien? Fehlanzeige!

Anderes Beispiel: Gibt es gemeinsame technische Plattformen wie Contentmanagement-Systeme oder Traffic-Monitoringtools für alle inhaltsgetriebenen Portale? Unbekannt! Synergien? Fehlanzeige! Weiteres Beispiel: Teure Dienstleister- und Content-Verträge. Man hört aus dem Hause t-online.de von ersten Verhandlungen für gemeinsame Verträge. Und dass erst ein Jahr nach dem Kauf der t-online. So soll Ströer wohl jetzt erst die volumenreichsten Verträge der t-online.de, etwa mit Agenturen, für die gesamte StröerContent Group neu verhandeln. Synergien? Immer noch Fehlanzeige!

Kaputtsparen als Geschäftsmodell

Das reale Geschäftsmodell von Ströer ist nicht nachhaltiges Wirtschaften, sondern das Aussaugen der gekauften Firmen. Sie werden finanziell klamm gehalten, und im Fall t-online.de bis an den Rand der Handlungsfähigkeit kaputtgespart. Beispiel: Weiterbildungen für Mitarbeiter? Außer internen Eigenveranstaltungen KEINE. Die Gewinne des Portals werden seit Mitte des Jahres direkt per Gewinnabführungsvertrag an den Ströer-Konzern weitergegeben. Das lohnt sich für den Konzern, denn t-online.de hat nach Angaben der Geschäftsführung eine Profitabilität von rund 40 Prozent. Davon können alle anderen Ströer-Einheiten nur träumen. Statt aber durch kluge Investments sicher zu stellen, dass das Portal diese Profitabilität langfristig erhalten kann, hat Ströer seit Übernahme der t-online.de von der Telekom Ende 2015 nur ein Cost-Cutting-Programm nach dem nächsten über das Nachrichten- und E-Mail-Angebot gestülpt.

So sollen allein bei den Gesamtcontent-Kosten im Jahresvergleich knapp 20 Prozent eingespart worden sein. Klingt erstmal gut, aber: Es ist nichts von Reinvestitionen zu spüren, weder auf der Technik- noch auf der Produktseite. Unter der Ägide von Ströer gab es kein einziges neues Angebot bei t-online.de, keine langfristigen Maßnahmen wurden gestartet, um den Reichweitenrückgang zu stoppen und dem veränderten Nutzungsverhalten der User Rechnung zu tragen. Auch auf eine langfristige Strategie, wohin der Konzern mit der t-online.de möchte, warten die Mitarbeiter vergeblich. Statt in die t-online.de zu investieren, wird im großen Stil Geld abgezogen: Erst im Herbst hat sich der Konzern offenbar einen hohen zweistelligen Millionenbetrag aus dem Stammkapital seines Tochterunternehmens „geliehen“ – schließlich muss die Success-Story weitererzählt werden. Oder anders gesagt: die Cash Cow wird weiter gemolken. Investitionen in die Zukunft der t-online.de sehen anders aus.

Seit Muddy Waters funktioniert die Ströer-Strategie nicht mehr

Der Wendepunkt, ab dem Ströers Strategie der Zukäufe und des Storytellings nicht mehr aufging, kam mit dem Muddy Waters-Bericht Ende April. Der US-Analyst warf Ströer unter anderem Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen und eine fehlende Liquidität vor. Mit den Worten „aus unserer Sicht ist Ströer nicht das Unternehmen, wofür es der Markt anscheinend hält“ schickte Muddy Waters die Ströer-Aktie in den Keller. Seitdem ist die Glaubwürdigkeit des Konzerns angekratzt und der Börsenkurs im Sinkflug. Die seitdem getätigten Firmenaufkäufe, u.a. Vitalsana, Foodist und Asam, hatten nicht mehr den positiven Börseneffekt wie zuvor. Genau genommen hatten sie überhaupt keinen Effekt mehr. Da halfen auch die veröffentlichungspflichtigen eigenen Aktienkäufe, unter anderem von Udo Müller und seiner Frau, der Aufsichtsrätin Julia Flemmerer, in Gesamthöhe von 5,5 Millionen Euro in den letzten beiden Monaten nicht, den Kurs wieder auf die Überholspur zu bringen. Ganz im Gegenteil. Der Kurs setzt seine Talfahrt fort.

Eine „echte“ Börsenstory musste her

Ströers Lösungsansatz: Ein auf den ersten Blick höchst innovativer, aber vor allem öffentlichkeitswirksamer Synergie-Big Bang musste her, der vergessen lässt, dass es damit bislang im Konzern sehr mau aussieht. Die Storyline: Ein „Content-Hub“-Newsroom für alle Inhalteangebote der Ströer in Berlin soll datengetriebenes multimediales Cross-Channel-Publizieren über alle Kanäle, Plattformen und Formate ermöglichen. Nur scheinbar innovativ ist das deshalb, weil bereits jetzt von Darmstadt aus datengetriebene Inhalte über alle Kanäle und Formate hinweg produziert werden: Desktop, mobiles Web, Apps, Social, SEO, Videos, Listicals, Visual Storytelling sowie die Bestückung der Ströer-Out of Home-Screens.

Die Pläne für einen Ausbau lagen bereits in der Schublade, sollen jetzt aber in Berlin realisiert werden. Denn die tarifierte Redaktion in Darmstadt ist Ströer schlicht zu teuer. Ströer sieht für die gleiche Tätigkeit – das zeigen die identischen Anforderungen in den Stellenausschreibungen für den Standort Berlin – jedoch wohl zu deutlich schlechtere Konditionen vor und zudem auf zwei Jahre befristet.

Auf den Punkt gebracht: Wegen einer einmal mehr zweifelhaften Börsenstory und Einsparungen bei den Personalkosten werden in Darmstadt über 100 Redakteure entsorgt. Ein hoher Preis – jedenfalls für die, die mit ihrem Job dafür bezahlen. Umsetzen soll die Maßnahme Marc Schmitz, der dafür im Sommer von gofeminin.de GmbH, einer Springer-Tochter, abgeworben wurde und nun Content-Chef aller Ströer-Assets ist. Da das Börsenjahr am 30. September endete und man unbedingt vorher noch diese „neue“ Geschichte erzählen und Glaubwürdigkeit wiederherstellen wollte, musste Schmitz die Schließung der Redaktion in großer Eile planen.

Am 20. September platzte dann mit der Verkündigung des Aus‘ für die  Redaktion in Darmstadt wie berichtet die Bombe. An der Börse allerdings platzte nichts. Der Aktienkurs blieb im Keller und stürzt nach den neuesten Meldungen aktuell weiter ab.

Fortsetzung folgt…

108 Jobs gezwungenermaßen feierlich zu Grabe getragen

Rest in Peace t-online.de - 108 Jobs beerdigt.

Rest in Peace t-online.de – 108 Jobs beerdigt.

RAUSSCHMISS ANGEKÜNDIGT: Ströer, der neue Eigentümer des größten deutschen General Interest Portals, t-online.de, streicht 108 Stellen in Darmstadt – die gesamte Redaktion. Die geschassten Redakteure haben aus Protest ihre Stellen eingesargt.

(Darmstadt, 23.11.16) Am Donnerstag, den 23. November, strömten pünktlich um 11:45 Uhr mehr als 200 Journalisten und Sympathisanten auf den Gehweg vor dem t-online.de-Gebäude. In Schwarz gekleidet und als Zeichen ihrer Trauer haben sie ihre Jobs symbolisch in einem Sarg beigesetzt.

Neue Redaktion in Berlin geplant

Die Redakteure sind wütend, denn: Der neue Eigentümer, der Außenwerber Ströer, will die Redaktion in Darmstadt schließen. Dafür sollen in Berlin 60 neue Stellen besetzt werden – jedoch nicht von den Darmstädtern. Diese können sich zwar zu neuen Konditionen um die Stellen bewerben – ob sie tatsächlich angestellt würden, bezweifelt das Gros der Belegschaft aber.

Rund 200 Menschen waren zusammen gekommen, um die 108 Jobs, Arbeitsplätze, Existenzen zu beerdigen.

Rund 200 Menschen waren zusammen gekommen, um die 108 Jobs, Arbeitsplätze, Existenzen zu beerdigen.

„Einige Redakteure haben schon T-Online-Artikel geschrieben, als die meisten Deutschen noch gar keinen Internetzugang hatten,“ erinnert einer der Betroffenen in seiner Grabrede. Denn unter der Belegschaft gibt es Redakteure, die seit mehr als 15 Jahren das Portal betreuen.

„Gemeinsame Zukunft“ versprochen

Erst im November 2015 hatte der Kölner Werbevermarkter Ströer das t-online-Portal von der Deutschen Telekom gekauft. In einem Schreiben an die Mitarbeiter war damals die Rede von einer „gemeinsamen, erfolgreichen Zukunft“. Ein Jahr nach dem Kauf will Ströer aber eine Redaktion in Berlin aufbauen. Warum das nicht auch mit den Mitarbeitern aus Darmstadt geht – diese Frage ist bisher unbeantwortet.

Ströer setzt in Darmstadt die Sense an.

Ströer setzt in Darmstadt die Sense an.

„Es wäre anständig gewesen, den Schritt wenigstens ehrlich zu begründen,“ beanstandete der Redner der Trauerfeier, „doch auf Fragen nach dem ‘Warum?’ folgten nur leere Floskeln.“ Ein Ströer-Vertreter habe bei einer Betriebsversammlung gesagt, „die Entscheidung sei ‘auch aus Kostengründen’ gefallen“.

Tarifflucht?

ver.di vermutet hinter dieser Aktion eine reine Tarifflucht. Denn die Darmstädter Redakteure arbeiten nach einem Tarifvertrag, den die Berliner nicht erhalten werden. Für ver.di liegt daher „der Verdacht nahe, dass hier Lohnkosten gedrückt werden sollen“.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete und OB-Kandidat für Darmstadt, Michael Siebel, erklärte sich solidarisch mit den Journalisten.

Quelle: Pressemitteilung ver.di

Die Anteilnahme war groß. Von vielen Betroffenen waren die Familien, von manchen sogar die Eltern anwesend.

Die Anteilnahme war groß. Von vielen Betroffenen waren die Familien, von manchen sogar die Eltern anwesend.

 

Text der Trauerrede:

Kommt doch bitte ein bisschen näher. Darf ich um Ruhe bitten? Das hier ist eine traurige Angelegenheit.
(Warten bis Ruhe)
Liebe Trauergemeinde, danke, dass ihr so zahlreich erschienen seid. Die Telekom hat’s gegeben, der Strö-er hat’s genommen. Wir verabschieden uns heute von der T-Online-Redaktion in Darmstadt. Mit ihr sterben die Arbeitsplätze von 108 Redakteuren. Mögen sie in Frieden ruhen. Noch vor einem Jahr kam die T-Online-Redaktion in das Haus Ströer. Im November 2015 hieß es in einem Schreiben Ströers an die T-Online-Mitarbeiter: “Für Sie als Mitarbeiter wird sich zunächst nichts ändern.”
Hm.
“Sie sind ein erfolgreiches Team mit einem starken, erfahrenen Management und eigenen, spezialisierten Mitarbeitern, auf dessen Know-How wir vertrauen.”
Aha.
“Wir freuen uns auf die gemeinsame Zukunft mit Ihnen.”
Hat so halb geklappt, würde ich sagen.
Mit dem Tod der Redaktion stirbt für viele für einen Moment lang auch der Glauben an andere Werte: Treue, Loyalität, Anerkennung guter und erfolgreicher Arbeit und wirtschaftlichen Erfolges. Doch trauert nicht zu lange: Diese Werte gibt es noch. Anscheinend nur nicht bei Ströer.
Anstand wäre noch so ein Wert, der beim Außenvermarkter in Köln eher unbekannt scheint. Es wäre anständig gewesen, den Schritt wenigstens ehrlich zu begründen. Doch Ströer blieb stumm. Zwar schickte Ströer einen Vertreter seines höchsten Kreises, um die Vernichtung der T-Online-Redaktion zu verkünden. Doch auf Fragen nach dem “Warum?” folgten nur leere Floskeln. Auch wie es mit dir weitergeht, liebe t-online.de, konnte er nicht erklären. Übrigens bis heute nicht. Die Wege des Ströer sind unergründlich – oder er hat schlicht kein Konzept. Drei Mal dürft ihr raten, was ich für wahrscheinlicher halte.
Ein wesentlich niedriger Ströer-Vertreter hatte hier im Forum jedoch einen kurzen Anfall versehentlicher Wahrheit. Die Entscheidung sei “auch aus Kostengründen”  gefallen, sagte er vor den geschassten Redakteuren. So erklärte sich zumindest, warum sie ihren Job selbst dann nicht behalten hätten, wenn sie bereit gewesen wären, nach Berlin zu gehen. Es ist ein törichter Strö-er, der glaubt, mit schlecht bezahlter Arbeit hohe Qualität zu erreichen.
Doch wir sind heute in erster Linie hier, um uns zu verabschieden. Liebe Redaktion, du warst vielen von uns lange Jahre Heimat und Aufgabe. Wir haben dich geprägt, entwickelt und viel mit dir erlebt.
Einige Redakteure haben schon T-Online-Artikel geschrieben, als die meisten Deutschen noch gar keinen Internetzugang hatten. Der digitale Wandel stellte die Redaktion und die anderen Mitarbeiter immer wieder vor neue Aufgaben. Ob die Wichtigkeit von Google, der Einsatz von Video, der Wandel zum Smartphone. Stets begleiteten wir diese Herausforderungen mit neuen Konzepten und Ideen und meisterten diese.
Doch für die meisten von uns war es auch immer mehr als ein Arbeitsplatz. Ausschweifende Weihnachtsfeiern mit anschließender Frühschicht, sommerliche Grillfeste oder manchmal auch fragwürdige Teamevents. Hier sind Freundschaften entstanden – manchmal auch mehr. Es kam zu Beziehungen, sogar Ehen mit Kindern.
So bitter die Situation jetzt auch ist. Wir alle können auf das Erreichte stolz sein und hoch erhobenen Hauptes in die Zukunft blicken. Wer solche Mitarbeiter nicht schätzt, hat sie auch nicht verdient. Andere werden das  erkennen.
Liebe T-Online.de: Viele haben mit dir so viel Zeit verbracht wie mit ihren Freunden und Familien. Nun bist du tot. Deine URL wird bleiben, doch du wirst nie wieder diesselbe sein. Ruhe in Frieden.

Dazugehörige Facebook-Seite: https://www.facebook.com/RIP-T-Online-1730617940591354

Für eine Handvoll Euro … oder „Kosteneinsparungen“

Das Rätselraten nach dem „Warum“ geht weiter und doch werden die Gründe für den anstehenden Exodus der Darmstädter Redaktion von t-online.de immer offensichtlicher. Auf der Betriebsversammlung am 2. November antwortete Geschäftsführer Ralf Baumann auf die Frage, ob Ströer-Boss Udo Müller sich selbst mal in Darmstadt einfindet und den Fragen der Betroffenen stellt, sowohl desillusionierend als auch ehrlich. Er sagte sinngemäß, dass dieser Besuch nichts bringt, weil von Müller sowie so keine zufriedenstellenden Antworten zu erwarten seien.

Für eine Handvoll Euro ...

Für eine Handvoll Euro …

Ein deutlicher Hinweis auf den Grund für den Rauswurf von über 100 erfahrenen Redakteuren schlummerte indes im Bericht des Wirtschaftsausschusses. Dort wurde auch der „Business Case“ für „die Maßnahme“ – also die Teilbetriebsschließung der Redaktion in Darmstadt und die Schaffung einer neuen Redaktion in Berlin – angesprochen. Und dieser Business Case erwähnt unter anderem auch „Kosteneinsparungen“ als Benefit der Maßnahme. Was von Ströer gerne als „strategische Gründe“ verschleiert wird, lässt sich also wie erwartet aufs liebe Geld reduzieren. Die teure Redaktion in Darmstadt wird entsorgt und durch „Billigmacher“ in Berlin ersetzt. Dann wird die Kuh namens T-Online noch ein paar Jahre gemolken und dann geschlachtet. Das zeigt auch die Tatsache, dass die neuen Redakteure in Berlin „befristet auf zwei Jahre“ angestellt werden – dort steht nicht „vorerst befristet“, sondern nur „befristet“. Verlängerung nicht vorgesehen? Nachtigall ick hör`dir trapsen!

Taktische Spielchen

Unterdessen beginnt seitens Ströer wohl ein durchschaubares Taktieren. Für den Nachmittag des 3. November war die erste Gesprächsrunde zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber angesetzt. Doch unverhofft kommt oft, wurde kurzfristig und ohne Vorwarnung auf den gleichen Vormittag ein Termin ergänzt und zwar auswärts.

Hier sollten Immobilien für den Umzug der in Darmstadt verbleibenden Rest-Mitarbeitern – die vorerst nicht gefeuert werden – besichtigt werden. Die Immobilie des aktuellen Standorts in der T-Online-Allee 1 ist zu teuer, es soll eine günstigere gefunden werden. Und so sollten an eben diesem ersten Tag zwei Immobilien am Frankfurter Flughafen und eine in Frankfurt besichtigt werden.

Die Absicht ist wohl klar. Da der Betriebsrat seitens des Arbeitgebers auch bei diesem Umzug eingebunden werden muss, hat er das Recht, bei der Besichtigung solcher Immobilien – die sicher erst NACH dem Rauswurf der über 100 Redakteure relevant werden – dabei zu sein. Mit dieser kurzfristigen Terminbündelung sollte den Kollegen des Betriebsrates wohl der Vormittag als Vorbereitungszeit für die Gespräche am Nachmittag geraubt werden. Armselig aber durchschaubar.

Mit Raffgier statt Weitblick – Ströer plant die Zukunft von t-online.de

Die Ströer Digital Publishing GmbH verlagert die Redaktion von t-online.de von Darmstadt nach Berlin. Über 100 Arbeitsplätze werden gestrichen, 60 neue sollen in der Hauptstadt entstehen. Die ersten Stellenanzeigen für die neuen Jobs sind online. Und der Inhalt ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der aktuellen Mitarbeiter – was dort gesucht wird, wird von der aktuellen Belegschaft vollumfänglich längst geleistet.

Einen der modernsten Newsrooms überhaupt wolle man aufbauen, heißt es von Ströer-Seite oft zu den Zukunftsplänen rund um das Flaggschiff des deutschen Internets. „Publishing 3.0“ heißt das schmissige Motto. Die Stellenbeschreibungen der neuen Postionen sind allerdings nahezu deckungsgleich mit dem Aufgabengebiet der Redakteure in Darmstadt. Das eigentliche Ziel scheint damit klar: es soll gespart werden.

Kicker und guter Kaffee

Kicker und Kaffee befristet auf zwei Jahre.

Kicker und Kaffee befristet auf zwei Jahre.

Das mag auch der Text der Stellenanzeigen widerspiegeln, denn dort heißt es bei „Das bieten wir u. a.“:

  • Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege
  • Startup-Feeling in einem jungen, motivierten Team
  • Eine Redaktionskultur, in der man über Ideen nicht nur spricht, sondern diese auch umsetzt, und bereit ist, ein Risiko einzugehen
  • Millionen treue Leserinnen und Leser, die Du mit Deinen Inhalten erreichen & begeistern kannst
  • Einen Kicker und richtig guten Kaffee

Kein einziges Wort zum Thema Bezahlung, aber hey wie geil ist das denn, die haben „Einen Kicker und richtig guten Kaffee“ YYEEEEAHHHH! Und einen versteckten Hinweis auf die niedrige Bezahlung darf man im „Startup-Feeling“ vermuten….

Mach’s mir billig heißt eben auch nur mach’s mir billig

Doch das ist langfristig ein Fehler. Ströer geht mit den 108 Mitarbeitern eine unfassbare Menge Know-how verloren. Denn über die Beschreibung der Arbeitsplätze hinaus gibt es vielfältige Aufgaben, die jetzt schon aus dem redaktionellen Umfeld quasi mit erledigt werden. Kann ein Team aus 60 „Frischlingen“ die jahrelangen Erfahrungen der (noch) bestehenden Redaktion ersetzen? Wohl kaum. Verdacht. Die Kuh wird noch ein oder zwei Jahre gemolken und dann geschlachtet, oder warum steht in der Stellenausschreibung wohl:

Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt befristet für zwei Jahre mehrere Redakteure (m/w) News (t-online.de).

Die Frischlinge kann man mit Zweijahresverträgen natürlich viel einfacher auf die Straße setzen, wenn t-online.de den Bach runter geht.

Die alte Redaktion kann angeblich nicht, was die neue leisten soll?

Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schon seit mehr 15 Jahren bei t-online.de, doch sie dürfen die Zukunft der Seite nicht mehr mit gestalten. Es sind genau die Mitarbeiter, denen die Geschäftsführung (angeblich) nicht zutraut, den notwendigen Wandel in einem sich ständig ändernden Online-Umfeld zu vollziehen. Dabei macht die Belegschaft genau das sehr erfolgreich – seit 20 Jahren.

Der rückläufige Startseiten-Traffic ist eine der größten Herausforderungen, denen General-Interest-Portale wie t-online gegenüberstehen. Die Generierung von externem Traffic sowie eine sinnvolle Verzahnung mit Social-Media-Kanälen gewinnen immer mehr an Bedeutung. Das und vieles weiteres sind die Schritte, die angegangen werden müssen.

In Darmstadt ist GENAU DAS in den letzten zwei Jahren bereits geschehen. Doch statt auf das bewährte Personal zu zählen und dieses gegebenenfalls entsprechend zu schulen, setzt man die Leute auf die Straße. Ganz sicher geschieht das nicht aus inhaltlich strategischen Gesichtspunkten, wie so gerne beteuert wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dem Ströer-Konzern ein Dorn im Auge, weil sie zu gut verdienen! Damit wären wir dann wieder bei „Einen Kicker und richtig guten Kaffee“ und dem Unwillen, in der Stellenausschreibung über die Bezahlung auch nur ein Wort zu verlieren.

Auspressen bis zum Schluss

Dass jetzt 60 (mutmaßlich) weitaus schlechter bezahlte Jobs geschaffen werden, kann nur heißen, dass aus t-online.de die letzten Reste herausgepresst werden sollen. Bei bisher stabilen Umsätzen und einem satten jährlichen Gewinn wohlgemerkt. Wie gesagt, die Stellen sind auf zwei Jahre befristet!

Das alles lässt nur einen Schluss zu: Bei Ströer wird die Zukunft der t-online.de angegangen – allerdings mit Raffgier statt mit Weitblick.

Verraten und verkauft

Seinen Arbeitsplatz gibt man nicht so einfach auf. Vor allem dann nicht, wenn man mit den Ergebnissen seiner Arbeit zufrieden und mit dem Produkt verbunden ist. Und das sind – oder besser waren – eigentlich alle Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion von t-online.de. Viele Mitarbeiter kennen das Portal von Anfang an, haben es nach der Jahrtausendwende aufgebaut und großgemacht. Dennoch hatten viele von uns ein mulmiges Gefühl im Bauch, als am Ende der Verkauf an den Werbeflächenvermarkter Ströer feststand. Wie sicher sind der eigene Arbeitsplatz und der Standort Darmstadt? Was hat ein Vermarkter mit uns zukünftig vor? Fragen, auf die einige keine passenden Antworten fanden und deshalb dem Betriebsübergang widersprachen. Ein Schritt nicht ohne Risiken und vor allem nicht ohne Druck. Druck seitens der Deutschen Telekom AG!

Portal-Mitarbeiter vom „Goldenen Handschlag“ ausgeschlossen

Im Herbst 2015 lief bei uns wieder einmal ein Programm zum Abbau von Stellen, das – betriebsbedingte Kündigungen sind und waren durch gute Tarifverträge ausgeschlossen – auf Freiwilligkeit basierte. Im Klartext: hohe Abfindungen im Bereich von zwei bis drei Jahresgehältern, damit die gesteckten Ziele erreicht werden. Verlockende Summen, von denen die Mitarbeiter des Portals T-Online jedoch ausgeschlossen waren. Die Telekom wollte das Redaktions-Geschäft unbedingt abstoßen. Sei es durch eine Ausgründung mit anschließendem Verkauf an einen Investor, oder durch eine alleinige Ausgründung. Ein General Interest Portal passte nicht mehr ins Programm der Strategen aus Bonn, ein Verkauf mit reduzierter Mannschaft jedoch auch nicht. Das Personal sollte unbedingt gehalten werden.

Portal-Mitarbeiter mit deutlichen Worten Kündigung angedroht

Im Vorfeld des Verkaufs legte die Telekom deshalb stets die Betonung auf den Umstand, bestehende Arbeitsverhältnisse im Falle von Widersprüchen gegen einen Betriebsübergang nicht weiterzuführen zu wollen. Im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung vor dem Betriebsübergang machten Vertreter des Konzerns dies auf einer Mitarbeiterversammlung noch einmal vor versammelter Mannschaft sehr deutlich. Die Arbeitsverhältnisse gehen auf den neuen Besitzer über, ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen besteht in diesem Fall nicht. Und auch wenn es sich hier rein rechtlich gesehen nur um ein mögliches Szenario handelte, wurde es doch sofort zum Hauptthema auf den Fluren. Last but not least sind die Bedingungen auch noch einmal in den Übergangsschreiben an die Mitarbeiter festgehalten. Dort heißt es im Wortlaut:

[ZITAT] Sollten Sie dem Übergang widersprechen, wird die Deutsche Telekom AG Ihnen gegenüber – nach Prüfung individueller Voraussetzungen – gegebenenfalls eine betriebsbedingte Kündigung aussprechen müssen. Dem steht nicht die oben unter Ziffer II. 10. angesprochene Gesetzesregelung des §613a Absatz 4 Satz 1 BGB entgegen, da eine solche Kündigung nicht wegen des Betriebsübergangs, sondern wegen der gegebenenfalls fehlenden Weiterbeschäftigungsmöglichkeit erfolgen würde. Die Vorschrift des §613a Absatz 4 satz 2 BGB lässt die Kündigung aus einem anderen Grund als dem Betriebteilsübergang ausdrücklich zu. Aus derzeitiger Sicht besteht im Fall einer betriebsbedingten Beendigungskündigung kein Abfindungsanspruch. In diesem Zusammenhang weisen wir ausdrücklich darauf hin, dass der arbeitgeberseitige Verzicht auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen nach dem TV Ratio Deutsche Telekom AG im Falle eines solchen Widerspruchs nicht eingreift, da keine Rationalisierungsmaßnahme im Sinne des TV Ratio vorliegt. [ZITAT ENDE]

Dort geht es zum Ausgang .... (Symbolbild @ stock:xchng)

Dort geht es zum Ausgang …. (Symbolbild @ stock:xchng)

Bei den Kollegen, die den Schritt in die neue GmbH wagen wollten, wurden hingegen große Erwartungen geweckt. Von der berühmten goldenen Zukunft war zwar nicht die Rede, die Geschäftsführung wurde jedoch nicht müde, um die Mitarbeiter zu werben. Von großen Plänen und lösbaren Aufgaben für die Zukunft war hier die Rede; von Wachstum und Zukunftsperspektiven. Im Mittelpunkt der monatlichen Gesprächsrunden standen dabei immer die Kolleginnen und Kollegen: „Kommt mit uns, denn wir brauchen euch“, lautete die Botschaft.

Worthülsen eines „zahnlosen Tigers“?

In der Rückbetrachtung leere Worthülsen von Managern, die im neuen Konzern kaum noch etwas zu melden haben, oder inzwischen sogar direktes Diktat aus Köln erhalten. Noch vor Ablauf der schützenden Jahresfrist wurde die Belegschaft mit Bussen in Versammlungsräume gekarrt, um ihnen die Botschaft der geplanten Teilbetriebsschließung zu überbringen. Insgesamt 108 Arbeitsplätze möchte der Ströer-Konzern aus „strategischen Gründen“ in Darmstadt abbauen – das ist jede zweite Stelle im Unternehmen.

Telekom-Vertreter auf einem Auge blind?

Eine weitreichende und – so wird aus der Ströer-Zentrale betont – vor allem strategische Entscheidung. Und hier kommt erneut die Deutsche Telekom AG ins Spiel, die auf strategische Entscheidungen ein Auge haben muss. Oder besser gesagt vier, denn als Großaktionär von Ströer (11,67% der Anteile) besetzt der Telekommunikationsriese insgesamt zwei der sechs Aufsichtsratsmandate bei Ströer.

Was durch Bernd Metzner, Udo Müller und Christian Schmalzl geplant und entschieden wird, musste Michael Hagsphil (Telekom Deutschland GmbH) und Vicente Vento Bosch (Telekom Capital Partners GmbH) im Vorfeld also zumindest bekannt sein. Im besten Fall haben die beiden die Schließung der Online-Redaktion von t-online.de im Rahmen ihres Mandats schweigend geduldet, im schlimmsten sogar billigend in Kauf genommen, oder im allerschlimmsten Fall sogar befürwortet. Die Telekom trägt am Rauswurf der ehemaligen Mitarbeiter entsprechend eine gehörige Mitverantwortung. Wie weit diese geht, ist abschließend noch nicht geklärt.

Ausgründen, Verkaufen und Abhaken

Ausgründen, Verkaufen und Abhaken – ganz egal was mit den Mitarbeitern geschieht. So zumindest kommt den Kollegen das aktuelle Geschäftsgebaren der Telekom vor, die zu dem gesamten Vorgang auffällig schweigt. Vielleicht sind bisher aber einfach nur noch nicht die richtigen Fragen gestellt worden. Da ist es fast schon blanker Hohn, wenn die Telekom in ihren Leitlinien gleichzeitig von Begriffen wie Respekt und Wertschätzung spricht. Die eigenen Mitarbeiter können damit jedenfalls nicht gemeint sein. Die fühlen sich inzwischen in der überwiegenden Mehrheit verraten und verkauft, oder besser gesagt verkauft und verraten.